
Das Surfen heute ist „ein demographisches Phänomen, das in die Jahre gekommen ist. Man blickt zurück und romantisiert seine Jugend. Mit all den Erinnerungsstücken und dem anderen Zeug heutzutage ist es definitiv kein bloßes Spiel mehr – es ist ein Markt, eine Industrie. Er sorgt für einen Umsatz von 5,5 Millionen Dollar, es gibt Bücher, es gibt Autoren, es gibt Zeitschriften – Mein Gott! – er hat eine Geschichte.“ [Steve Pezman, Herausgeber von „The Surf Journal“, Interview von 1997]
Heute wie damals brachte das Surfen große Talente und Draufgänger hervor. Der wohl bekannteste und modernste Surfer ist Kelly Slater, der ein Phänomen der Neuzeit ist. Er stammte aus ärmlichen Verhältnissen in Florida und machte während seiner Highschool-Zeit eine Amateurkarriere und danach einen rasanten Aufstieg zum Weltmeister. Slater ist das Aushängeschild der Surffirma Quicksilver und versucht auf diese Weise und durch andere Aktionen so viel Geld wie möglich durch das Surfen zu verdienen. Die lange Tradition und die Kultur des Surfens interessiert ihn wenig.
So wie ihm geht es heute den meisten Top-Surfern auf der Welt. Die Firmen regieren die Surfszene und haben den einst so wohl behüteten und bezauberndenspirituellen Geist des Surfens verscheucht.
Dennoch gibt es weltweit einen kleinen harten Kern von Surfern, deren grundlegende Verbundenheit mit den Wellen und untereinander noch grundsätzlich intakt ist. So finden z.B. jährlich Surfcamps statt. Dies sind sehr schlicht eingerichtete, aber dennoch recht komfortable Zufluchtsorte direkt am Meer. Dort können die grundlegenden Surfmanöver erlernt werden, aber auch über die Surfkultur und die Geschichte wird viel erzählt. Man kann auch selber Bretter herstellen, wie es damals in den 50er und 60er Jahren noch üblich war.
Strapsurfen ist die jüngste Abwandlung dieses Sports. Als damals in den 60er Jahren ein 10-Sekunden-Noseride und in den 70er Jahren ein 5-Sekunden dauernder Tuberide noch für Aufregung sorgte, und man glaubte, dass 8 Meter hohe Wellen die Grenze des möglichen seien, erfand man das JATO. (Quelle surfgeschichte.com)